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Andacht für Zuhause

Hauspostille zum aktuellen Sonntag / Feiertag

Ein Gruß an alle, die von den Umständen mit dem Corona-Virus jetzt zur Vereinzelung gezwungen sind. Eine Hauspostille ist ein Andachtsbuch, das uns verbinden soll, den Gottesdienst am Sonntag - aus welchen Gründen auch immer - zuhause und in der Hausgemeinschaft feiern zu können, den Feiertag zu heiligen und der Woche eine Struktur zu geben. Sei es, dass die Kirche zu weit weg ist, der Weg durch das Alter zu mühsam ist oder es verboten ist, den eigenen Glauben öffentlich zu leben, ja oder - wie jetzt -das Eindämmen einer Krankheit uns voneinander isoliert: Wir wollen uns trotzdem zusammenfinden.
Denn jeder Gottesdienst reißt den Horizont über uns auf, der weiter ist als unsere jetzige Situation und Enge. Er stellt uns in den umfassenden Zusammenhang Gottes, der immer schon da ist, auch wenn wir in unserer Vereinzelung auf uns selbst geworfen sind. Es ist die ganze Wirklichkeit über Raum und Zeit, mit der Gott uns verbindet: Mit all denen, auf deren Spuren wir heute glauben und leben, hoffen und lieben. So können unsere Befürchtungen und Ängste, unser Fragen und unsere Zweifel Raum haben, und sich trotzdem einordnen: Weil wir nicht losgelöst sind, sondern verbunden sind. Dem lasst uns gemeinsam nachspüren.

Hier kann die Hauspostille auch als pdf runtergeladen werden:

28.11.2021, 1. Advent  -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

21.11.2021, Ewigkeitssonntag  -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

17.11.2021, Buß- und Bettag  -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

14.11.2021, vorletzter Sonntag im Kirchenjahr  -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

7.11.2021, drittletzter Sonntag im Kirchenjahr  -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

31.10.2021, Reformationstag  -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

17.10.2021, 20. Sonntag nach Trinitatis  -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

10.10.2021, 19. Sonntag nach Trinitaits  -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

3.10.2021, Erntedank -> Heftfaltung  -> fortlaufender Text

Wenn Sie sie als E-mail erhalten möchten, geben Sie uns gerne Bescheid: neuburg@elkm.de

 

 

Hauspostille: Letzter Sonntag im Kirchenjahr, 21.11.2021

Wir machen uns in der geglaubten Gemeinschaft und der Gemeinschaft im Haus auf und segnen uns für den Weg:

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Die Gnade unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Die letzte Woche im Kirchenjahr stellt uns das Ende vor Augen - und den Neubeginn. Ist er eine erneuerte Welt oder ganz etwas anderes im Lichte dessen, das Gott in die Welt kommt. Was ist unsere Sehnsucht, unsere Hoffnung, nach der wir unser Leben hier ausrichten? \fILasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen!\fR (Lk 12,35), sagt uns das Wort für die Woche.

Einstimmung mit Jesaja 35,10a und Psalm 126,1-6; Kyrie, Gloria und Gebet

Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen
und nach Zion kommen mit Jauchzen;
ewige Freude wird über ihrem Haupte sein.

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, ※
so werden wir sein wie die Träumenden.

Dann wird unser Mund voll Lachens ※
und unsere Zunge voll Rühmens sein.

Da wird man sagen unter den Völkern: ※
Der HERR hat Großes an ihnen getan!

Der HERR hat Großes an uns getan; ※
des sind wir fröhlich.

HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, ※
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

Die mit Tränen säen, ※
werden mit Freuden ernten.

Sie gehen hin und weinen ※
und tragen guten Samen

und kommen mit Freuden ※
und bringen ihre Gaben.

Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen
und nach Zion kommen mit Jauchzen;
ewige Freude wird über ihrem Haupte sein.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und den Heiligen Geist.

Wie im Anfang so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen.

Christus ist bei uns - begrüßen wir ihn als Herrn:

Kyrie eleison - Herr, erbarme dich
Christe eleison - Christe, erbarme dich
Kyrie eleison - Herr, erbarm dich über uns.

Wir dürfen uns mit unserem Lob in seinem Frieden bergen:

Ehre sei Gott in der Höhe - und auf Erden Fried, die Menschen ein Wohlgefallen Gottes!

Allein Gott in der Höh sei Ehr
und Dank für seine Gnade
darum, dass nun und nimmermehr
uns rühren kann kein Schade.
Ein Wohlgefalln Gott an uns hat,
nun ist groß Fried ohn Unterlass,
all Fehd hat nun ein Ende.

Wir werden still zum Gebet...

Ewiger Gott, unsere Zeit liegt in deiner Hand.
Du hast uns die Zeit zum Leben geschenkt.
Hilf uns, jedem Tag sein eigenes Recht zu geben.
Lass uns das Schöne und das Schwere bewusst durchleben.
Unsere Zeit hat ihre Grenzen,
aber bei dir ist die Ewigkeit. Amen.

Lesung des Evangeliums: Matthäus 25,1-13

Halleluja! Du tust mir kund den Weg zum Leben: ※
Vor dir ist Freude die Fülle
und Wonne zu deiner Rechten ewiglich. (Psalm 16,11) Halleluja!


Wir hören auf den Text indem wir uns selbst laut vorlesen:

Jesus sprach zu seinen Jüngern:
Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.

Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!

Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zu den Händlern und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.

Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.

Ehre sei Dir, Herr,
Lob sei Dir Christus.

Gedanken zum Predigttext: Jesaja 65,17-25

Der Predigttext am Ende des Kirchenjahres steht fast am Ende der Buchrolle des Propheten Jesaja, einer Handschrift von etwa 10 Metern Länge. Harte Worte am Anfang: \fIEin Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt's nicht, und mein Volk versteht's nicht\fR (Jesaja 1,3). So stellen wir Ochs und Esel als Warnung für uns an Jesu Krippe. Gott hört nicht auf um uns Menschen zu ringen. Das Ende wird zum Ausblick: Nichts ist vergeblich, weder Gottes Bemühen um uns Menschen, noch unser Leben:

\fISo spricht der HERR:/ Siehe, ich will einen neuen Himmel/ und eine neue Erde schaffen,/ dass man der vorigen nicht mehr gedenken/ und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar/ über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne/ und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem/ und mich freuen über mein Volk.

Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens/ noch die Stimme des Klagens. Es sollen keine Kinder mehr da sein,/ die nur einige Tage leben,/ oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen,/ sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt,/ und wer die hundert Jahre nicht erreicht,/ gilt als verflucht. Sie werden Häuser bauen und bewohnen,/ sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne,/ und nicht pflanzen, was ein anderer esse.

Denn die Tage meines Volks werden sein/ wie die Tage eines Baumes,/ und ihrer Hände Werk werden/ meine Auserwählten genießen. Sie sollen nicht umsonst arbeiten/ und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen;/ denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN,/ und ihre Nachkommen sind bei ihnen.

Und es soll geschehen:/ Ehe sie rufen, will ich antworten;/ wenn sie noch reden, will ich hören. Wolf und Lamm sollen beieinander weiden;/ der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind,/ aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun/ auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.\fR

Ein Leben ohne Vergeblichkeit. Ein Leben, das sich selbst versteht, ohne Fragen, das wird uns vor die Augen gemalt. Eine geheilte Erde voll Freude und Wonne. Gott freut sich und die Menschen auch. Eine interessante Skizze. Im Stil der \fInegativen Theologie\fR wird angedeutet, was nicht ist, und nicht genau gesagt, was ist. Die Darstellung gewinnt eine Leichtigkeit und Offenheit für unsere Sehnsucht, wie ein zartes Aquarellbild. In der negativen Theologie spricht man von Gott so wie er nicht ist und nicht wie er ist. Auf dem IV. Laterankonzil wurde 1215 zum Dogma erhoben, dass all unsere Aussagen über Gott immer mehr falsch als richtig sind, weil sich das Geheimnis der Welt, Gott, nicht in unsere Systeme und unsere Schulweisheit einfangen lässt. Ehrfurcht und Staunen vor dem Geheimnis ist unser Zugang und nicht Besserwisserei.

Aber dann fällt doch auf, dass diese neue Erde eine erneuerte alte Erde ist, ein Schutzraum im Chaos: Es ist nicht davon die Rede, dass der Tod nicht mehr sei. Lebenserfüllung liegt in einem vollen, aber begrenzten Leben. Der Schmerz liegt nicht in den Grenzen des Lebens, sondern in der Vergeblichkeit. Es ist das unerfüllte, harte Leben in der Gegenwart, das die dunkle Folie ist, auf der das Bild einer erneuerten Erde aufstrahlt: Kindersterblichkeit. Arbeit deren Früchte andere genießen. Nicht der Tod an sich, sondern der unzeitige Tod. Ein Leben in Grenzen, aber in einem heilsamen Verhältnis zu Gott: \fIEhe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören.\fR. Und dieses neue, ungebrochene Verhältnis sprengt das Bild, der Friede wird zum Tierfrieden: \fIWolf und Lamm sollen beieinander weiden;/ der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind,/ aber die Schlange muss Erde fressen\fR - eine Erinnerung an die messianische Verheißung Jesaja 11, wo der Friede und die gerechte Herrschaft des Sprosses aus der Wurzel Jesse auch zum Tierfrieden führt. Wir werden nach diesem Text wieder gerne zu Weihnachten singen: \fIEs ist ein Ros (Reis) entsprungen ... von Jesse (Isai, dem Vater Davids) kam die Art...\fR.

Es sind Bilder, die an die Schöpfungsgeschichten erinnern: Die Schlange in der 2. Schöpfungsgeschichte, die spaltet, die mit ihrer Frage dazu führt, dass die Menschen nicht mehr mit sich eins sind, gut und böse, dass sie sich schämen und sich verstecken müssen, weil sie in der Schöpfung keinen rechten Platz mehr finden. Diese Schlange hat keine Macht mehr, die Welt wird wieder zur Heimat. Friede auch mit den Tieren wie er in der 1. Schöpfungsgeschichte vorausgesetzt ist, Menschen und Tiere werden am selben Tag geschaffen. Die Menschen werden zu Vegetariern bestimmt: \fIGott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise\fR (1. Mose 1,29). Erst später, im Zusammenhang mit der Sintflut, wird in dieser Erzählschicht der Bibel den Menschen der Fleischgenuss erlaubt. Das sind Bilder, die etwas davon ahnen lassen, dass das Leben in der Welt nicht Kampf ums Überleben sein sollte. Es sind Erzählungen, neudeutsch \fINarrative\fR, in denen wir uns eine Welt erzählen, die uns zu einem vertrauensvollen Leben einlädt. \fIUnd siehe, es war sehr gut - gut und mehr\fR, selbst wenn die Gegenwart anders aussehen mag. Jetzt etwa, wo wir wieder auf Abstand achten müssen, wo wir uns nach Nähe sehnen. Wo das Corona-Virus tückisch erscheinen mag, obwohl das ein ganz nüchterner, sachlicher Vorgang ist: Mutationen, durch die das Virus \fIüberlebenstüchtiger\fR wird, etwas, was nicht einmal zum Leben gezählt wird, und keinen eigenen Willen hat, sich besser auf Kosten des Lebens anderer vermehren kann.

Starke Sehnsuchtsbilder aus Zeiten, als die Menschen sich noch sehr viel kollektiver verstanden, als Teil eines Groß-Ichs, als Teil einer Sippe. Als Glieder von diesem Groß-Ich haben sie für sich nur ein relatives Lebensrecht beansprucht, Hauptsache, die Sippe lebt weiter. Sind solche Bilder eigentlich Trost genug für uns heute? Wir sind und bleiben ja aufeinander angewiesen - nicht zuletzt die Corona-Pandemie mahnt uns ja zu Rücksicht, damit wir nicht unsere Freiheit all den Regeln zum Trotz durchsetzen, die unsere Gesellschaft doch schützen sollen. Schon vor 2.500 Jahren taucht diese Frage in Israel auf: Sollen wir die Suppe auslöffeln, die uns die Väter eingebrockt haben? \fIDie Väter haben saure Trauben gegessen und den Kindern sind davon die Zähne stumpf geworden\fR (Jer 31,29; Hes 18,) und die (mehr oder minder) Zusage: Nein, jeder wird seine eigene Schuld tragen und daran sterben, jeder steht selbst verantwortlich vor Gott. In der Folge hat in schweren Verfolgungszeiten der Glaube an die Treue Gottes zu den ihm treuen Menschen dazu geführt, dass die Gerechten auferstehen werden und das gestohlene, das ungelebte Leben nachholen können, damit auch sie alt und lebenssatt sterben. Und daneben wird aus der Treue Gottes und der Schrift ein Bild von einer total neuen Weltzeit, eines neuen Äons erschlossen, in dem es überhaupt keinen Tod mehr geben wird. Zu Jesu Zeiten war das umstritten.

Was sagen uns solche Bilder, wenn im wissenschaftlichen Weltbild heute weder Raum noch Zeit wirklich feste Größen sind. Dass die Zeit auf dem Schreibtisch schon anders verläuft als auf dem Fußboden (das ist heute messbar!) und es in der Welt der Elemantarteilchen und Quanten gar keine Zeit gibt?

Ostern, in der Begegnung mit dem Auferstandenen Jesus Christus, haben sich diese Bilder - und mehr haben wir nicht als Bilder - neu geklärt. In den letzten 3 Kapiteln unserer Bibel finden wir die Vorstellung unseres Predigttextes im \fI1000-jährigen Reich\fR (Offenbarung 20), dem ein völlig neuer Himmel und eine neue Erde folgen, ja hinter unserer Welt schon da sind, im Bild des \fINeuen Jerusalems\fR, in dem auch der Tod nicht mehr ist. Wir gehen nicht verloren und die beginnende Hochzeitsfeier aus dem Gleichnis Jesu ist nie zuende: \fIMacht euch bereit zu der Hochzeit\fR, ihr gehen wir entgegen, die wir auf den Bräutigam warten. Amen.

Das apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn,
unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt,
gestorben
und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Wochenlied: (Gesangbuch Nr. 147)

Innerlich und oder auch äußerlich gesungen:

1) »Wachet auf«, ruft uns die Stimme
der Wächter sehr hoch auf der Zinne,
»wach auf, du Stadt Jerusalem!
Mitternacht heißt diese Stunde«;
sie rufen uns mit hellem Munde:
»Wo seid ihr klugen Jungfrauen?
Wohlauf, der Bräut'gam kommt,
steht auf, die Lampen nehmt!
Halleluja!
Macht euch bereit zu der Hochzeit,
ihr müsset ihm entgegengehn!«

2) Zion hört die Wächter singen,
das Herz tut ihr vor Freude springen,
sie wachet und steht eilend auf.
Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig,
von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig,
ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf.
Nun komm, du werte Kron,
Herr Jesu, Gottes Sohn!
Hosianna!
Wir folgen all zum Freudensaal
und halten mit das Abendmahl.

3) Gloria sei dir gesungen
mit Menschen- und mit Engelzungen,
mit Harfen und mit Zimbeln schön.
Von zwölf Perlen sind die Tore
an deiner Stadt; wir stehn im Chore
der Engel hoch um deinen Thron.
Kein Aug hat je gespürt,
kein Ohr hat mehr gehört
solche Freude.
Des jauchzen wir und singen dir
das Halleluja für und für.

Gebet:

Lieber Vater im Himmel,
wir haben dein Wort gehört und darin Gemeinschaft erfahren.
Gemeinschaft in Ursprung und Hoffnung,
Gemeinschaft über Zeit und Raum.
Lob und Preis sei dir für diesen Sonntag.
Auch für diese neue Woche in deinem Advent bitten wir,
hilf uns, die Zeit nicht zu verschlafen,
die du uns geschenkt hast.
Hilf uns, dass wir da, wo wir leben,
in unseren Beziehungen das Licht des Glaubens,
das du in unseren Herzen entzündest,
zum Strahlen bringen.
Wir bitten dich für alle, deren Glaube zu verlöschen droht:
Lass sie heilsame Begegnungen haben,
in denen ihr Glaube neu entfacht wird. Amen.

Stille

Mit Jesu Worten beten wir:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen (Psalm 80,4)

Der HERR, unser Gott, tröste uns,
er lasse sein Antlitz leuchten,
so genesen wir. Amen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Pastor Helmut Gerber