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Andacht für Zuhause

Hauspostille zum aktuellen Sonntag / Feiertag

Ein Gruß an alle, die von den Umständen mit dem Corona-Virus jetzt zur Vereinzelung gezwungen sind. Eine Hauspostille ist ein Andachtsbuch, das uns verbinden soll, den Gottesdienst am Sonntag - aus welchen Gründen auch immer - zuhause und in der Hausgemeinschaft feiern zu können, den Feiertag zu heiligen und der Woche eine Struktur zu geben. Sei es, dass die Kirche zu weit wegist, der Weg durch das Alter zu mühsam ist oder es verboten ist, den eigenen Glauben öffentlich zu leben, ja oder - wie jetzt -das Eindämmen einer Krankheit uns voneinander isoliert: Wir wollen uns trotzdem zusammenfinden.
Denn jeder Gottesdienst reißt den Horizont über uns auf, der weiter ist als unsere jetzige Situation und Enge. Er stellt uns in den umfassenden Zusammenhang Gottes, der immer schon da ist, auch wenn wir in unserer Vereinzelung auf uns selbst geworfen sind. Es ist die ganze Wirklichkeit über Raum und Zeit, mit der Gott uns verbindet: Mit all denen, auf deren Spuren wir heute glauben und leben, hoffen und lieben. So können unsere Befürchtungen und Ängste, unser Fragen und unsere Zweifel Raum haben, und sich trotzdem einordnen: Weil wir nicht losgelöst sind, sondern verbunden sind. Dem lasst uns gemeinsam nachspüren.

Hier kann die Hauspostille auch als pdf runtergeladen werden:

Exaudi 24.5.2020  -> als Heftfaltung   -> als fortlaufender Text

Himmelfahrt - > als Heftfaltung  -> als fortlaufender Text

Wenn Sie sie als E-mail erhalten möchten, geben Sie uns gerne Bescheid: neuburg@elkm.de

 

 

 

Bastelanleitung für eine Osterkrippe

Bitte klicken Sie auf das Bild um die Bastelanleitung zu bekommen. Viel Freude dabei!

 

 

 

 

 

 

Hauspostille zum Sonntag Exaudi, dem 24. Mai 2020

Wir machen uns in der geglaubten Gemeinschaft und der Gemeinschaft im Haus auf und segnen uns für den Weg:

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Die Gnade unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Dieser Sonntag sieht uns in einer Zwischenzeit, zwischen Himmelfahrt und Pfingsten: Zwischen der Erhöhung Christi und seiner Herabkunft im Heiligen Geist. Zwischen Ferne und Nähe. Und in dieses zwischen sagt Christus uns zu: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12,32)
Dass auch wir erhöht werden - am Ziel unseres Lebens, aber auch jetzt, wenn er als Geist in uns wohnen will. Wenn wir Tempel des Heiligen Geistes sein dürfen: Seine Zeugen in der Welt. Seine Zeugen heute füreinander in Glaube, Hoffnung und Liebe. So wenden wir uns an ihn:

Einstimmung: (Leitvers Ps 27,7 und Ps 27,1.8-9b), Kyrie, Gloria und Gebet)

HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe, Halleluja; ⁕
sei mir gnädig und erhöre mich, Halleluja!

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; ⁕
vor wem sollte ich mich fürchten?

Der HERR ist meines Lebens Kraft; ⁕
vor wem sollte mir grauen?

Mein Herz hält dir vor dein Wort:/
»Ihr sollt mein Antlitz suchen.« ⁕
Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.

Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht ⁕
und tu die Hand nicht von mir ab, Du Gott, meines Heils!

HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe, Halleluja; ⁕
sei mir gnädig und erhöre mich, Halleluja!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und den Heiligen Geist.

Wie im Anfang so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen.

Wir machen uns auf mit Christus, der uns zum Gebet ermutigt:

Kyrie eleison - Herr, erbarme dich
Christe eleison - Christe, erbarme dich
Kyrie eleison - Herr, erbarm dich über uns.

Wir kommen frei, denn der lässt seinen Frieden verkündigen:

Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen!
Allein Gott in der Höh sei Ehr/ und Dank für seine Gnade/ darum, daß nun und nimmermehr/ uns rühren kann kein Schade./ Ein Wohlgefalln Gott an uns hat,/ nun ist groß Fried ohn Unterlaß,/ all Fehd hat nun ein Ende.

Wir beten in der Stille...

Jesus Christus, König der Herrlichkeit, Herr aller Mächte: Du bist siegreich emporgestiegen über alle Himmel. Lass uns nicht unsicher und hilflos zurück, sondern stärke uns durch den Geist der Wahrheit, den du verheißen hast. Mit ihm und dem Vater wirst du gerühmt in Ewigkeit. Amen.

Lesung: Johannes 16,5-15

Wir hören auf das Evangelium und lesen uns selbst laut vor auch wenn wir alleine sind:

Jesus sprach zu seinen Jüngern:
Jetzt gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?
Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer.
Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.
Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht;
über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben;
über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht;
über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen.
Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er nimmt es von dem Meinen und wird es euch verkündigen.

Ehre sei Dir, Herr,/ Lob sei Dir Christus.

Gedanken zum Predigttext Jeremia 31,31-34:

Dieser Sonntag markiert eine Zwischenzeit: Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten im Kirchenjahr. Der Evangelist Lukas und Autor der Apostelgeschichte macht in seiner Schilderung diesen Bruch deutlich. Wo etwa im Matthäusevangelium alles im letzten Kapitel in eine Szene gepackt ist, unterscheidet Lukas deutlich: Nach 40 Tagen ist mit der Himmelfahrt die Osterzeit vorbei und mit Pfingsten beginnt eine neue Zeit, die Zeit der Kirche bis heute. Ja, und wir sind nun in dieser Zwischenzeit im Kirchenjahr. Und irgenwie passt das jetzt im Moment auch nicht nur für den Rhythmus des Kirchenjahres: Jetzt so zwischen Corona und den Schritten zur Normalität ist dieses zwischen vielleicht besonders spürbar. Aber dann lässt sich das doch ausdehnen auf all unsere Zeit. Wir sind immer zwischen als Menschen. Zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen unseren Erfahrungen und unseren Erwartungen. Zwischen Gewinnen und Loslassen, immer im Aufbruch. Mit Worten aus dem alten Gesangbuch (Nr. 303): Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben... -

Auf dem Weg zur Neuburger Kirche haben wir ein Schild gehängt mit einem Wort der französischen Mystikerin Simone Weil: Unser Leben - die Zeit, in der Gott auf uns wartet. Das ist die Umkehrung von unserer Perspektive, zwischendrin zu sein. Das ist die Perspektive Gottes, von der uns im Predigttext heute auch der Prophet Jeremia erzählt: Worte Gottes, empfangen in einer Zwischenzeit, einer Zeit des Abschieds von alten Gewissheiten und einer ganz ungewissen Zukunft. Mit dem Ende des Staates Juda schien die Geschichte Israels mit Gott ans Ende gekommen zu sein. Die Endphase der Zeit des ersten Tempels. Als Jersualem nach über 400 Jahren zum ersten Mal erobert und schließlich systematisch zerstört wurde: Nur zum Vergleich, vor 400 Jahren hatte der Dreißigjährige Krieg hier gerade begonnen. Was sollte nun werden? Ganz viel Unheil hatte Jeremia in Gottes Namen sprechen müssen. Auch wenn die Menschen versucht hatten, umzukehren, es war zu spät. In prophetischer Sicht war die Unheilssphäre, die die Menschen über sich gebracht hatten mit der Ausbeutung der Armen, zu gewichtig, als dass eine Umkehr noch möglich gewesen wäre: Denn in der prophetischen Weltdeutung gibt es einen Tun-Ergehens Zusammenhang. Es ist gar nicht in erster Linie Gott, der straft (wie wir oft das Alte Testament lesen), sondern es sind die Menschen selbst in ihrer Gemeinschaft, die sich die Suppe einbrocken, die sie dann auslöffeln müssen. Gott tritt nur ein, wenn dieser Tun-Ergehens Zusammenhang nicht mehr funktioniert. Und Gott tritt ein, um Leben zu ermöglichen. So lässt er den Propheten einen Acker kaufen als Zeichen, es gibt doch eine Zukunft. Es ist nicht alles vorbei. Es lohnt sich, zu investieren. Und er verheißt anstelle des Bundes, den Jeremia als gebrochen ansieht, einen neuen Bund Gottes mit seinem Volk, seinem ganzen wiederhergestellten Volk.
Das ist ein Text, der für uns als Kirche eine große Bedeutung hat. Die Verheißung eines neuen Bundes. Nach diesem neuen Bund heißt der christliche Teil der Bibel Neues Testament. Ausdrücklich Testament. Nicht foedum, was auch Bund heißt, woher sich der politische Föderalismus unserer Bundesrepublik sprachlich herleitet. Auch nicht pactum - Pakt, sondern Testament. Das kommt von testis, Zeuge, und sagt, dass dieser Bund durch Gottes Zeugnis begründet wird: Gott setzt den Bund und nimmt uns als Partner in den Bund hinein. So die altorientalische und daher auch israelitsche Vorstellung von Bund. Nicht demokratisch als freie Vereinbarung zweier Partner, sondern als Setzung Gottes für und über uns Menschen. Selbst wenn der Bund Gottes mit seinem Volk zerbrochen ist, Gottes Treue ist damit nicht am Ende. Gott kann man nicht endgültig enttäuschen. Sein Ja, seine Treue ist ein Grund für unser Leben, der uns trägt, ganz unabhängig von unserem Tun, unseren Möglichkeiten, unserem Scheitern und unserer Treue. Für uns steht der Gekreuzigte, der von den Menschen abgeschrieben und systematisch erniedrigt und zerstört werden soll, für diese Treue Gottes, die ihn nicht ins Nichts fallen lässt, sondern ihm im neuen Leben Recht gibt mit der Auferweckung. Zu dieser Treue Gottes gehört auch der neue Bund, der anders mit uns Menschen und unseren Möglichkeiten in einer gefallenen Welt voll Angst rechnet. Da lässt Gott seinen Propheten neue Wirklichkeit hervorsprecheh. Wir lesen im Buch Jeremia im 31. Kapitel:

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,
nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;
sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.


Ein neuer Bund mit dem Kennzeichen, keiner wird den anderen lehren. Jeder ist gottunmittelbar. Es gibt kein oben und kein unten mehr. Das, was der Gemeinschaft nützt, das wird nicht mehr korrumpiert durch die eigene Angst und die daraus erwachsende Suche nach dem eigenen Vorteil, sondern Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben. Gesetz, das ist hier die Tora, die Weisung zum Leben, die man am nun zerstörten Tempel von den Priestern erhalten hatte. Und Herz, das steht damals nicht für das Gefühl, sondern die Vernunft, für das Zentrum der Person.
Ist das nicht großartig? Keine Lehrer mehr und sonstigen professionellen Besserwisser (wie Pastoren ja auch). Nicht die Abhängigkeit von Beratern und mehr oder minder Experten. Keine Gefahr mehr auf Fake News und Verschwörungstheorien hereinzufallen. Die eigene Vernunft reicht aus, mich im Leben zurechtzufinden und ich bin nicht abhängig - das sage ich, der ich einerseits sehr neugierig bin und mich freue, neues zu erfahren, andererseits eine ziemlich verkorkste Schulkarriere hatte (zum Glück hat meine Frau meine Schulzeugnisse von damals erst lange nach unserer Hochzeit in die Finger bekommen).
Ja, und keine Angst mehr, nicht dazuzugehören. Irgendwie danebenzuliegen. Kein Druck mehr, richtig zu sein, weil ich richtig bin: Er ist mein Gott und ich gehöre zu seinem Volk. Ich finde, das ist eine großartige Verheißung. Ähnlich werden wir es in der Pfingstpredigt des Petrus hören mit Verweis auf den Propheten Joel.
Aber dann - Jesus verkündete das Reich Gottes und es kam - die Kirche, so ein Bonmot von Alfred Loisy, einem katholischen Kirchenhistoriker. Seit 2000 Jahren die Mühen der Ebene in der Kirche, und doch mit dieser Zusage der Verwandlung. Immer neu, in jedem neuen Menschen von vorne. Und doch jeder mit der Verheißung aus der Taufe, wie Paulus sagt Tempel des heiligen Geistes zu sein. Dass auch durch dich und in dir Gott zur Welt kommen will. Dieser Gott mit seiner Treue und seinem Glauben an uns.
So ist es. Jesus sagt im Evangelium: Ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Es hat etwas damit zu tun, sozusagen erwachsen zu werden, selbst für das Leben und die Gerechtigkeit zu streiten. Selbst Zeuge zu werden. Nicht um andere klein zu machen, sondern umgekehrt wichtig, weil sie groß sind. Gott gibt niemanden verloren. In der Zwischenzeit, in der Verlorenheit, wo immer, wir sind gesehen. Amen.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,/ den Vater,/ den Allmächtigen,/ den Schöpfer des Himmels und der Erde./
Und an Jesus Christus,/ seinen eingeborenen Sohn,/ unsern Herrn,/ empfangen durch den Heiligen Geist,/ geboren von der Jungfrau Maria,/ gelitten unter Pontius Pilatus,/ gekreuzigt,/ gestorben und begraben,/ hinabgestiegen in das Reich des Todes,/ am dritten Tage auferstanden von den Toten,/ aufgefahren in den Himmel;/ er sitzt zur Rechten Gottes,/ des allmächtigen Vaters;/ von dort wird er kommen/ zu richten die Lebenden und die Toten./
Ich glaube an den Heiligen Geist,/ die heilige christliche Kirche,/ Gemeinschaft der Heiligen,/ Vergebung der Sünden,/ Auferstehung der Toten/ und das ewige Leben./ Amen.

Lied: 130 (Mel.70 Wie schön leuchtet der Morgenstern)

Innerlich und oder auch äußerlich gesungen:

1) O Heilger Geist, kehr bei uns ein/ und lass uns deine Wohnung sein,/ o komm, du Herzenssonne./ Du Himmelslicht, lass deinen Schein/ bei uns und in uns kräftig sein/ zu steter Freud und Wonne./ Sonne, Wonne,/ himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten;/ zu dir kommen wir getreten.
2) Du Quell, draus alle Weisheit fließt,/ die sich in fromme Seelen gießt:/ Lass deinen Trost uns hören,/ dass wir in Glaubenseinigkeit/ auch können alle Christenheit/ dein wahres Zeugnis lehren./ Höre, lehre,/ dass wir können Herz und Sinnen dir ergeben,/ dir zum Lob und uns zum Leben.
3) Steh uns stets bei mit deinem Rat/ und führ uns selbst auf rechtem Pfad,/ die wir den Weg nicht wissen./ Gib uns Beständigkeit, dass wir/ getreu dir bleiben für und für,/ auch wenn wir leiden müssen./ Schaue, baue,/ was zerrissen und beflissen, dich zu schauen/ und auf deinen Trost zu bauen.
6) Du süßer Himmelstau, lass dich/ in unsre Herzen kräftiglich/ und schenk uns deine Liebe,/ dass unser Sinn verbunden sei/ dem Nächsten stets mit Liebestreu/ und sich darinnen übe./ Kein Neid, kein Streit/ dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben,/ Fried und Freude wirst du geben.
7) Gib, dass in reiner Heiligkeit/ wir führen unsre Lebenszeit,/ sei unsers Geistes Stärke,/ dass uns forthin sei unbewusst/ die Eitelkeit, des Fleisches Lust/ und seine toten Werke./ Rühre, führe/ unser Sinnen und Beginnen von der Erden,/ dass wir Himmelserben werden.

Gebet

Gott, auf dich trauen wir, darum beten wir zu dir. Du bist Fels und Burg, das Säuseln im Wind, die Stille in der Wüste. Auch wenn unser Beten nur Stückwerk und Stammeln sein kann, so wissen wir doch, du hörst uns, du gibst uns Trost, auf dich können wir trauen.

Stille

Vater unser im Himmel... Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn ➕und der Heilige Geist. Amen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Pastor Helmut Gerber

 

 

 

Hauspostille zu Himmelfahrt am 21. Mai 2020

Wir machen uns in der geglaubten Gemeinschaft und der Gemeinschaft im Haus oder Garten auf und segnen uns für den inneren Weg:

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Die Gnade unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen (Joh 12,32), sagt Christus uns zu mit dem Wort für diesen Tag. Das ist Gottes Dienst in Christus. In jedem Dienst Gottes,/ in jedem Gottesdienst wird etwas davon wirklich: Denn Gott ist für uns da. Darum gehört all das, was nun geschieht, schon zum Himmel! In unserem Singen und Beten, im Hören und in unserem Worten wird Gegenwart, was uns verheißen ist: Christus verbindet Himmel und Erde, Zeit und Ewigkeit, Gott und Mensch. Lasst uns mit ihm gehen:

Einstimmung: (Leitvers Offb 5,13 und Ps 47,2.6.8-9, Kyrie, Gloria und Gebet):

Halleluja! Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm *
sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja!

Schlagt froh in die Hände, alle Völker, *
und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!

Gott fährt auf unter Jauchzen, *
der HERR beim Schall der Posaune.

Denn Gott ist König über die ganze Erde; *
lobsinget ihm mit Psalmen!

Gott ist König über die Völker, *
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Halleluja! Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm *
sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und den Heiligen Geist.

Wie im Anfang so auch jetzt und allezeit
und in Ewigkeit. Amen.

Wir preisen den erhöhten Herrn Jesus Christus:
Kyrie eleison - Herr, erbarme dich
Christe eleison - Christe, erbarme dich
Kyrie eleison - Herr, erbarm dich über uns.

In seiner Menschwerdung und Erhöhung liegt der Friede Gottes:
Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen!

Allein Gott in der Höh sei Ehr/ und Dank für seine Gnade/ darum, daß nun und nimmermehr/ uns rühren kann kein Schade./ Ein Wohlgefalln Gott an uns hat,/ nun ist groß Fried ohn Unterlaß,/ all Fehd hat nun ein Ende.

Wir beten in der Stille...

Herr Jesus Christus, du bist hingegangen zum Vater und von ihm zum Herrn gesetzt über alles. Unseren Augen bist du verborgen. Darum bitten wir dich: Hilf uns, darauf zu vertrauen, dass Du uns allezeit nahe bist, damit wir ohne Furcht leben können und von dir ins ewige Leben geleitet werden. Amen.

Lesung: Wir hören aus der Apostelgeschichte 1,3-11

Wir lesen laut, auch, wenn wir alleine sind, uns selbst vor:

Jesus zeigte sich den Aposteln nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.
Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt;
denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.
Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?
Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat;
aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.
Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen.
Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.
Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Ehre sei Dir, Herr,/ Lob sei Dir Christus.

Gedanken zum Predigttext: Johannes 17,20-26

Himmelfahrt - Herrentag - Das, was eigentlich jeder Sonntag ist: Tag des auferstandenen Herrn Jesus Christus. Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuß\fR: Das Bild für diesen Sonntag ist Christus als der Pantokrator, der Allesbeherrscher, so wie er auf vielen Ikonen oder in der Kuppel orthodoxer Kirchen dargestellt ist.
Schon im Alten Testament ist das Trost: Gott ist König über die ganze Erde, haben wir mit dem Psalm bekannt. Manche Forscher haben aus solchen Psalmen abgeleitet, es habe im alten Israel ein jährliches Thronbesteigungsfest Gottes gegeben, aber das ist eine Hypothese. Trotzdem: Mitten in der Erfahrung einer chaotischen Geschichte und einer unberechen- baren Natur, in all den Unwägbarkeiten des Lebens - zum Chaos gehören wir Menschen mit unserer Unzuverlässigkeit ja auch - EIN sozusagen fester Anker, das ist ein Trost. Und ein Fest, auf dem man das gemeinsam feiert, und das immer angefochtene Vertrauen gemeinsam stärkt, das hilft.
Das ist ein Aspekt des Himmelfahrtfestes und beispielsweise auch all der Altäre, die wie in Neuburg die Himmelfahrt an der Spitze haben oder in Dreveskirchen und Goldebee den Auferstandenen auf der Spitze tanzen lassen. Das ist ein wichtiger Teil der Kraft unseres Glaubens, dass wir am Ende geborgen sind. Und wir brauchen das in den kindlichen Anteilen unserer Persönlichkeit, dass wir wie ein kleines Kind mutig und neugierig in die Welt gehen können. Denn wir wissen, hinter uns sind die Eltern, die haben uns im Blick und passen auf uns auf. Die nehmen uns auf den Arm, wenn der große Hund kommt und Gefahr droht. An die kann man sich schmiegen und einkuscheln, dass wir wieder Mut bekommen, nach außen Beziehungen aufzunehmen, uns neu der Welt zu stellen, weil wir im Kuscheln spüren, wie schön das ist. Ich denke, in diesen Zeiten von Gefahr und Isolation spüren wir das besonders.
Aber das ist nicht alles, was von Himmelfahrt und vom Pantokrator zu sagen ist. Ich habe mir die Mühe gegeben, eine Skizze hier einzufügen: Im Nimbus, im göttlichen Schein "`Ο ΩΝ" "Ho On", "Der Seiende". Das ist die griechische Übersetzung des Gottesnamens vom Sinai: "Ich bin, der ich sein werde" oder "ich bin für dich da". Dazu die segnende Hand und die Bibel, die etwas davon sagen, dass er eine berechenbare Allmacht hat. Und schließlich der fesselnde besondere Blick, der einerseits durch mich durch in die Ferne schaut und andererseits zu mir besonders Kontakt sucht. Dieser Blick, der mich anschaut und mir zugleich eine andere Welt eröffnet. Denn Himmelfahrt heißt nicht, dass wir hier in einem gewissermaßen Zoo behütet leben, sondern dass es um Partnerschaft geht und mehr. Und davon erzählt Jesus im Johannesevangelium in den Abschiedsreden an seine Jünger und im Hohepriesterlichen Gebet, aus dem der Predigttext heute kommt. Wir lesen Johannes 17,20-26:
Jesus hob seine Augen auf zum Himmel und sprach:
Vater, ich bitte nicht allein für die, die du mir gegeben hast, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war.
Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Auf dass sie alle eins seien: In Wedel/Holstein steht dieses Wort Jesu auf dem Informationsschild zu Kirchen und Gottesdienstzeiten am Ortseingang als Lückenfüller. Alle Gemeinden hatten sich auf ein gemeinsames Schild geeinigt, nur eine freikirchliche Gemeinde hatte sich nicht beteiligt und ihr eigenes Schild ein paar Meter weiter aufgestellt. So steht da nun an Stelle dieser Gemeinde Auf dass sie alle eins seien. Aber das ist erst die Folge: Der Grund dafür ist, dass wir in Jesus Christus, dem Erhöhten, mit unserem Menschsein hineingenommen werden in die Einheit Gottes, Gottes des Vaters und des Sohnes. Dass wir in einer anderen Weise teilhaben - als wie man zu seinen leiblichen Eltern gehört hat und von ihnen beschützt wurde. Dass wir, unser Menschsein, Anteil am Menschsein Christi hat, Anteil an der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung und wir anders verantwortlich sind - aus Liebe. Dass wir die Herrlichkeit Gottes tragen, die sich hineingibt in die Welt, diese Herrlichkeit unter dem Kreuz.
Dass dies nicht nur etwas für unsere Vernunft ist durch die Worte der Schrift, sondern uns im wahrsten Sinne des Wortes einleuchtet und unser Leben hier beginnt zu erleuchten und zu verwandeln, dazu sind Ikonen da wie die vom Pantokrator, die im Schauen eine andere Welt eröffnen. Dazu ist der Gottesdienst da, auch wenn wir damit immer wieder neu anfangen, das auch uns offenbar wird, was wir sein werden, wie der Apostel Johannes schreibt: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! ... Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist (Joh 3,1f).
Das ist der Weg, und er führt uns nicht weg von der Welt, sondern in die Welt, in die Liebe, die Gott hat. Denn Himmelfehrt heißt nicht, Gott oder Jesus ist nun weiter weg, sondern im Gegenteil. Pfingsten feiern wir, wie Gott sich uns schenkt in seinem Geist: Dem Angeld, dem Unterpfand, der ersten Rate der Vollkommenheit, wie Paulus sagt. Dass Gott in uns und durch uns und mit uns zur Welt kommen will. Der EINE, drei-eine Gott, auf dass sie alle eins seien: Nicht uniform, sondern in der Vielfalt und der Kreativität Gottes, der eine so bunte Welt und eine so bunte Menschheit geschaffen hat. - Ja und so gilt: was steht ihr da und seht gen Himmel?\fR Schaut euch um: Himmelfahrt heißt, der Himmel ist überall da - oder wie Jesus sagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten in / mitten unter ihnen. Amen.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,/ den Vater,/ den Allmächtigen,/ den Schöpfer des Himmels und der Erde./
Und an Jesus Christus,/ seinen eingeborenen Sohn,/ unsern Herrn,/ empfangen durch den Heiligen Geist,/ geboren von der Jungfrau Maria,/ gelitten unter Pontius Pilatus,/ gekreuzigt,/ gestorben und begraben,/ hinabgestiegen in das Reich des Todes,/ am dritten Tage auferstanden von den Toten,/ aufgefahren in den Himmel;/ er sitzt zur Rechten Gottes,/ des allmächtigen Vaters;/ von dort wird er kommen/ zu richten die Lebenden und die Toten./
Ich glaube an den Heiligen Geist,/ die heilige christliche Kirche,/ Gemeinschaft der Heiligen,/ Vergebung der Sünden,/ Auferstehung der Toten/ und das ewige Leben./ Amen.

Das Lied der Woche: Anhang zum Gesangbuch 6 Melodie 326 im Gesangbuch Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut

Innerlich und oder auch äußerlich gesungen:

1) Wir feiern deine Himmelfahrt/ mit Danken und mit Loben./ Gott hat sich machtvoll offenbart,/ das Kreuz zum Sieg erhoben./ Er sprach sein wunderbares Ja./ Nun bist du immer für uns da,/ entgrenzt von Raum und Stunde.
2) Das Reich, in das du wiederkehrst,/ ist keine ferne Höhe./ Der Himmel, dem du zugehörst,/ ist Herrschaft und ist Nähe./ Präg du uns ein, Herr Jesu Christ:/ Gott ist nicht, wo der Himmel ist;/ wo Gott ist, da ist Himmel.
3) Nimm uns in deinen Machtbereich,/ gib Kraft zu Tat und Leiden/ und mach uns deinem Wesen gleich/ im Wollen und Entscheiden./ Wir freuen uns, Herr Jesu Christ,/ dass da auch ein Stück Himmel ist,/ wo wir dein Wort bezeugen.
4) Du hast die Angst der Macht beraubt,/ das Maß der Welt verwandelt./ Die wahre Macht hat nur, wer glaubt/ und aus dem Glauben handelt./ Wir danken dir, Herr Jesu Christ,/ dass dir die Macht gegeben ist/ im Himmel und auf Erden.
5) Du trittst beim Vater für uns ein,/ auch wenn wir es nicht sehen./ Trotz Widerspruch und Augenschein/ kann uns doch nichts geschehen,/ was deinem Wort, Herr Jesu Christ,/ und deinem Sieg entgegen ist./ Hilf uns darauf vertrauen.
6) Wenn diese Welt zu Ende geht,/ bewahre und errette,/ was deinem Namen untersteht./ Bereite uns die Stätte/ und hol uns heim, Herr Jesu Christ,/ dahin, wo du der König bist,/ der Friede ohne Ende.

Gebet

Anfang und Ende liegen bei dir, Gott. Wir danken dir für deine Gegenwart, gestern, heute und alle Zeit.
Mit unserem Verstand können wir dich nicht erfassen. Lass uns im Zweifel deine Nähe spüren, damit wir an dir festhalten.
Wir bitten dich für die Menschen, die nicht tragen können, was ihnen auferlegt ist. Gib ihnen Kraft für jeden Tag und gib ihnen Menschen an ihre Seite, die ihre Lasten mittragen. Herr, erhöre uns. Dir sei Preis in Ewigkeit.

Stille

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segenswunsch (nach Judas 2)

Gott gebe uns viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe. Amen.

Einen gesegneten Himmelfahrtstag wünscht Pastor Helmut Gerber